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Carl Philipp Stamitz wurde am 7. Mai 1745 als ältester Sohn des Komponisten
und Violinvirtuosen Johann Wenzel Stamitz in Mannheim geboren. Von diesem
erhielt er seinen ersten Unterricht in Geige und Cello. Nach dessen
frühen Tod 1757 übernahmen Christian Cannabich, Ignaz Holzbauer und
Franz Xaver Richter die Ausbildung Stamitz'. Schon im Alter von 16 Jahren
wurde er 1762 als 2. Geiger in das damals weltberühmte Mannheimer Hoforchester
berufen. Trotz seines großen Erfolges verließ er 1770 Mannheim und begann
ein unruhiges Wanderleben. Bereits im Jahr darauf nahm Stamitz jedoch
in Paris eine ihm angebotene Stelle als Hofkomponist des Herzogs von
Noailles an. Die Jahre in Paris waren von großen Erfolgen für Stamitz
gezeichnet. Er veröffentlichte nicht nur etliche Kompositionen - darunter
zahlreiche Sinfonien und Instrumentalkonzerte - sein wohl größter Erfolg
waren die Concerts spirituels in Versailles, die er gemeinsam mit seinem
Bruder Anton (geb. 1753) leitete. Dennoch gab er im Jahr 1777 diese
relativ sichere Stellung wieder auf und reiste nach einem einjährigen
Aufenthalt in London weiter nach Den Haag, wo er sich eine bessere Anstellung
erhoffte - bezeichnenderweise behielt er aber den Titel "Komponist des
Herzogs von Noailles" bei. Festzuhalten bleibt jedoch, dass Stamitz
nach seiner Abreise aus Paris trotz seiner Bekanntheit niemals wieder
eine derart bedeutende Stellung erhielt. In Den Haag gab er zahlreiche
Konzerte als Violavirtuose, darunter eines, bei dem er vom damals 12
Jahre alten Ludwig van Beethoven am Klavier begleitet wurde. Schon damals
wurde Beethovens Leistung weitaus mehr honoriert als diejenige Carl
Stamitz'. In den darauf folgenden Jahren reiste Stamitz quer durch Europa.
Auf seinen Reisen, die ihn über Paris, Hamburg, Lübeck, Magdeburg und
viele andere kulturelle Zentren der damaligen Zeit bis nach St. Petersburg
führten, nahm Stamitz zwar gelegentlich Aufträge an, doch blieb er nie
länger als ein paar Monate in einer Stadt. So leitete er u.a. 1786 in
Berlin eine Aufführung von Händels Messias und auch das musikalische
Programm zur Ballonfahrt Blanchards 1787 in Nürnberg. 1790 kehrte Stamitz
nach Mannheim zurück, wo er als Musiklehrer an der Mannheimer Universität
tätig war. Seine Heirat mit Maria Josepha Pilz folgte 1791, doch war
Stamitz Einkommen zu gering, um ihn und seine Familie zu ernähren. Zahlreiche
Gesuche um Anstellung, die er bis nach Russland schickte, wurden abgewiesen.
Auch seine Kompositionen stießen längst nicht mehr auf den Erfolg, den
sie während der Zeit in Paris inne hatten, ebenso fehl schlugen einige
Versuche, sich als Alchimist einen Namen zu machen. Seit 1794 leitete
er die Akademischen Konzerte in Jena, das Reisen musste er wegen mangelnder
Geldmittel endgültig aufgeben. Im Januar 1801 starb seine Frau und Stamitz
selbst folgte ihr am 9. November desselben Jahres. Trotz seiner einstigen
Berühmtheit starb Stamitz völlig verarmt und hoch verschuldet. Um seine
Gläubiger zu befrieden, wurde nahezu sein gesamter Besitz versteigert.
Viele seiner Werke sind seitdem verschollen.
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